So nun sitz' ich hier mit dem Thema
Fantasie und trotzdem fällt mir nicht ein, worüber ich schreiben
könnte. Beziehungsweise hätte ich so viele ansatzhafte Ideen, dass
ich schon einen riesen Knoten im Kopf habe.
Daher schreibe ich einfach darüber,
wie es ist, wenn man einfach nichts zu schreiben hat.
Was in sich eigentlich ja gar keinen
Sinn macht, weil ich ja etwas schreiben. Nämlich, dass ich nichts zu
schrieben habe blablabla....wie gesagt, Knoten im Kopf....
Wie auch immer, manchmal weiß man
einfach nicht, was man schreiben soll.
Hin und wieder passiert es mir, dass
mein Hirn einfach leer ist. Ich kann mir nichts mehr vorstellen und
meine Fantasiewelt, die ich mit so gerne zusammen spinne, ist
verblasst.
Ich weiß nicht ob das an meiner
Studienrichtung liegt oder ob ich mich selbst manchmal einfach so
auslauge, dass dann einfach nichts mehr da ist. Im Sinne von „Ich
habe kein Manner mehr“.
Wobei an meiner Studienrichtung kann's
eigentlich gar nicht liegen. Wie soll man sich bei Jus fantastisch
verausgaben....?
Auf jeden Fall, in diesen Zeiten, in
denen ich einfach ausgelaugt und leer bin, fühle ich mich eher
schlecht. Als würde etwas fehlen. Die Fantasie spielt ja ein große
Rolle in meinem Leben. Ohne sie würde mein Alltag überhaupt keinen
Spaß machen. Und wenn mein „Tank leer“ ist, dann fange ich oft
an Serienmarathons zu starten. Ich schaue eine Staffel nach der
anderen. Egal ob die Uni oder das Familienleben dafür leiden müssen,
in diesen Zeiten kann ich einfach nicht anders. Es ist als würde ich
mich innerlich zurückziehen, um meine Akkus neu aufzuladen.
Eben genau so ein Zeitpunkt ist gerade
eben, weshalb ich leider mit keinem originellerem Post glänzen kann.
Andere nenne es Schreibblockade, ich
nenne es Leere.
Hoffentlich geht dies bald vorbei, so
dass ich euch im nächsten Monat mit besseren Posts beglücken
kann!!!
Istandbul. Die Stadt, von der ich zuallerletzt berichten will!
Ich werde hier nicht von Besuchen in den beeindruckenden Moscheen, Palästen oder Parks schreiben. Auch nicht von den Einkäufen am Bazar oder dem guten Essen in der Altstadt. Auch wenn man damit wahrscheinlich Seiten füllen könnte.
Stattdessen schreibe ich von einem Spaziergang. Ein Spaziergang zu einer Straße, die uns als "Mariahilferstraße" Istanbuls angepriesen wurde.
Wir wussten zwar, dass diese Straße am Taksimplatz endet. Dem Platz, von dem die Demonstrationen ausgehen.
Aber man hat uns versichert, die Straße sei lang und die Proteste höchstens ganz oben zu spüren!
Also auf in den Shoppingwahnsinn!
Wir wollten zu Fuß gehen. Obwohl Instanbul so unglaublich riesig ist (doppelt so viele Einwohner, wie ganz Österreich!) kann man sehr viel zu Fuß erreichen. Zumindest wenn man innerhalb bestimmter Stadtgebiete bleibt.
Wir sind also einmal über diese Brücke, an der unten drann die Fischrestaurant kleben. Und von oben halten die Fischer ihre Ruten ins Wasser. Man kann hier also sozusagen dabei zusehen, wie einem das Abendessen vor der Nase aus dem Wasser gezogen wird.
Den Anfang der Straße erreicht und es war... voll! Wie können sich nur so unglaublich viele Menschen auf vergleichsweise so unglaublich wenige Raum tummeln? Wir sind genauso planlos herumgeirrt, wie man sich das vorstellen muss, wenn man in einer fremden Stadt, auf einer riesigen Einkaufstraße inmitten einer noch riesigeren Menschenmenge landet. Aber die Stimmung war toll. Es war turbulent und laut und bunt, aber toll.
Bis... bis plötzlich irgendetwas eigenartiges passiert ist. Die Stimmung hat sich ziemlich schlagartig verändert.
Als wir das bemerkten waren wir wahrscheinlich ungefähr auf halbem Weg zum Taksimplatz und wollten gerade eben wieder umdrehen und uns auf den Rückweg machen.
Es war ganz komisch. Die Leute haben sich verändert. Gerade eben hatten sie alle noch die Ruhe weg, plötzlich schienen sie ganz genau zu wissen, wohin sie wollten. Und damit will ich sagen, es gab entweder rauf oder runter. Es haben sich irgendwie zwei sich hektisch fortbewegende Menschentrauben gebildet. Rauf und runter. Und wir in der Mitte drinnen. Zwischen den zwei Polen und wussten nicht wohin. Rauf oder runter?
Die ganze Zeit über lag diese Unruhe in der Luft. Diese furchtbare Spannung.
Am Anfang haben wir wirklich noch versucht uns einzureden es wäre vielleicht das Fußballspiel. Angeblich gab es eines im Stadion gleich hinter dem Taksimplatz.
Neben uns haben die Leute zu schreien angefagen. Eher zum rufen. Immer lauter. Immer mehr. Aber nur diejenigen, die nach oben liefen. Anfeuerungsrufe?
Eigentlich haben wir es sofort gewusst. Eigentlich war vom ersten Moment an klar, das waren keine Fußballfans. Aber wir hätten es halt so gerne gehabt...
Die nach oben Laufenden haben eingerollte Fahnen dabeigehabt, wie Fußballfans. Sie haben zum Teil Fußballshirt angehabt, wie Fußballfans. Sie haben gegröllt, wie Fußballfans. Das Problem war nur, auf den eingerollten Fahnen waren keine Fußballmannschaften. Und die Fußballshirts, waren meistens keine Fußballshirts. Und das Gegrölle, waren kein Gegrölle. Es war irgendwie mehr aggressiv. Mehr gepresst.
Und dann, dann war der Moment als sich vor unseren Augen ein jungern Mann eine Gasmaske über den Kopf gezogen hat.
Und dann, dann kam die Erkenntnis. Endlich...
...huch, das hier sind keine besonders übermütigen Fans, hier entsteht gerade eben, vor unseren Augen, eine der verbotenen, riesigen Demonstrationen gegen die türkische Regierung.
Da war uns dann endlich absolut klar, dass es nun an der Zeit wäre von hier zu verschwinden. Also losgegangen. Ein wenige schneller gegangen. Den nach unten Laufenden angeschlossen.
Am Weg zurück ist uns dann noch der Trupp der Polizeit entgegengekommen. Obwohl diese Polizisten nur mehr schwerlich als Polizisten zu erkennen waren. Sie kamen komplett bewaffnet. Dick geschützt. Und mit Wasserwerfern ausgerüstet. Dieser Polizeitrupp war definitiv nicht zum Schutz irgendwelcher Zivilisten im Anmarsch. Dieser Trupp war eigentlich auf dem Weg, um Krieg zu führen. Genau, wie auch die Demostranten selbst.
Istanbul. Istanbul ist groß. Bunt. Laut. Voller Leben. Anders. Von überallher strömen fremde Düfte in die Nase. Fremde Musik in die Ohren. Fremde Geschmäcker über die Lippen. Und fremde, wenngleich auch wunderschöne, Anblicke treffen auf die Augen.
Aber Istanbul ist noch so Vieles mehr als nur ein aufregendes, orientalisches Reiseziel.
Istanbul ist vor allem auch ein Schmelztiegel der Kulturen, Bräuche, Menschen und Werte. Nicht umsonst liegt diese Stadt sowohl auf dem europäischen als auch auf dem asiatischen Kontinent. Es ist eine Stadt zwischen westlicher und orientalischer Kultur.
Aber es ist auch eine Stadt zwischem strengsten Konservativismus und einer Offenheit, von der wir uns in Europa noch eine Scheibe abschneiden könnten.
Diese Stadt steht vor einem Wendepunkt. Voran in eine westlichere, offenere Kultur oder noch weiter zurück in allzu strenge, konservative Werte.
Es ist ein Kampf der jungen, aufgeklärten Bürger und Bürgerinnen gegen die korrupte, zugenähte Regierung.
Mal ganz abgesehen von der Schönheit und Lebendigkeit dieser Stadt ist es dieser Kampf der mich nachhaltig beeindruckt hat und fasziniert.
Es ist ein Kampf um Rechte, die für uns vollkommen selbstverständlich sind. Aber es ist auch ein Kampf um mehr Freiheit, Selbstbestimmung und Mitspracherecht.
Und das sind Dinge, die mir bei genauerem Hinsehen eigentlich auch bei uns fehlen.
Das Land, das ich für meinen zweiten Blogeintrag gewählt habe ist Israel!
Die Frage nach dem "warum" ist in diesem Fall schnell geklärt. Weil Israel die bisher wahrscheinlich ungewöhnlichste meiner Reisen war. Das vielleicht spannendste Land, das ich bisher betreten habe.
Viel schwieriger ist die Frage, worüber genau ich berichten möchte.
Nach langem Überlegen habe ich beschlossen, einen einzelnen Tag für euch herauszupicken.
Es handelt sich um einen Tag, schon relativ am Ende dieser Reise. Der Schauplatz ist Tel Aviv.
Die Stadt, in der die Reise ihren Anfang genommen hat war dann also auch die Stadt, in der die Reise zu ihrem Ende kommen sollte. Der Tag hat mit dem Aufwachen im absolut empfehlenswerten, wenngleich auch ein wenig schmuddeligen, (auch dazu gäbe es eine tolle Geschichte!) Youth Hostel begonnen.
Der erste Weg hat hat uns fort von der Strandpromenande, an der auch um diese Uhrzeit schon reges Treiben herrschte, hinein in den Irrgarten aus verschiedensten Straßen, Gässchen und Wegen, mitten in die Stadt geführt.
Wir sind in einem Kaffee an einer der Ecken zum armenischen Viertel gelandet. Zuallererst haben wir uns eine dieser köstlichen Frühstückskreationen gegönnt, die ich hier in Österreich so wahnsinnig vermisse. Es gibt starken Kaffee. Frisch gepressten Orangensaft (nicht bloß so ein winziges Gläschen, nein! ein richtiges, ordentliches, großes Glas). Ein Müsli mit frischen Früchten, Honig, und leicht angerösteten Nüssen. Den typischen Salat aus Gurken und Tomaten, der hier zu fast allem serviert wird. Ein wenig Brot. Käse. Und ein weiches Ei. Kann es etwas Besseres zum Munterwerden geben?
Hinterher noch eine abenteuerliche Suche nach dem Klo -es befand sich drei Ecken weiter in einem winzigen Innenhof- dann sind wir weiter gegangen.
Das erste Ziel des Tages: Ein Museum. Nicht irgendein Museum. Es handelt sich -so unser Reiseführer, die nette Rezeptionistin und eine freundliche Bekanntschaft- um ein Museum zur Geschichte der Besiedelung Israels durch die Juden. Der friedlichen Besiedelung wohlgemerkt
.
Umso erstaunter waren wir, als das Museum aus allen Nähten zu platzen drohte. Nicht etwa wegen der vielen Touristen. Es waren vorrangig Soldaten und Soldatinnen, die sich hier tummelten.
An der Kasse hat man uns einmal mehr erklärt, dass hier die friedliche Besiedelung dokumentiert werde und dass dieses Museum einen Pflichtbesuch für alle neuen Soldaten und Soldatinnen darstelle.
Immerhin, so der Kassierer, sei es diese friedliche Besiedelung, für die auch weiterhin gekämpft werden soll. Schon bei dieser Verwendung von "friedlich" und "kämpfen" sollte man doch eigentlich ins Stocken geraten.
Objektiv betrachte- obwohl sich hier die Frage stellt, ob das in Israel überhaupt möglich ist- war das Museum ein Kriegsmuseum. Gezeigt wurden Waffen. Angriffs,- und Verteidigungstrategien. Militärkostüme. Und die wichtigsten Namen aus der Vergangenheit.
Einmal mehr hat sich mir hier gezeigt, dass die Geschichte dieses augenscheinlich viel zu kleinen Landes noch um so vieles komplexer ist, als ich im ersten Moment auch nur zu ahnen wagte!
Nach dieser -neuerlich schockierenden- Erkenntnis war Zerstreuung notwendig.
Wir haben uns also Fahrräder ausgeborgt. Die gibt es in Israel an jeder Ecke. Und dann sind wir losgefahren, in Richtung Jaffa, dem alten Teil der Stadt.
Dort angekommen hat gerade der Muezzin gerufen. Es ist seltsam, wie schnell ein anfangs fast unheimliches, auf jeden Fall sehr ungwohntes Geräusch einem plötzlich vertraut erscheint.
In den alten, engen Gässchen von Jaffa angekommen sind wir zuallererst zu einer dieser hervorragenden Bäckereien marschiert. Es gibt dort diese köstlichen, gewürzten, zum Teil belegten Fladenbrötchen, mit verschiedenen Dips. Wer sowas noch nie probiert hat, kann sich diesen Geschmacksorgasmus nicht einmal im Traum ausmalen.
Danach sind wir durch den Antiquitätenmarkt, im Herzen Jaffas, gewandert. Herrliche Möbel. Silberschmuck. Lederwaren. Hier findet man wirklich alles! Und dann auch noch zu leistbaren Preisen!
Wir haben noch nicht einmal die Hälfte des Marktes geschafft, als unsere erneut knurrenden Mägen uns vor der weiteren Geldausgabe bewahrt haben.
Daher haben wir also den Rückweg angetreten. Diesmal zu Fuß und nicht mehr im Stadtinneren, sondern an der Strandpromenande entlang. In einem der vielen Restaurants mit Meerblick gab es dann noch ein leckeres Abendessen und ein oder auch zwei Gläser Wein, bevor es dann todmüde ins Bett ging.
Da soll ich nun also einen Blogeintrag zum Thema "Urlaub" posten...
Ein leichtes Thema möchte man meinen. Möchte man meinen!
Wo aber versteckt sich dann der Grund für mein allzu langes Zögern?
Zum einen liegt er wohl darin vergraben, dass mich dieses Wort jedes Mal an Island erinnert. Beziehungsweise an den Auslandsaufenthalt, den ich so unglaublich gerne machen würde, der mir aber dennoch nicht möglich scheint. Dann werde ich grantig. Dann kommt die Schreibblockade...
Zum anderen ist es wahrscheinlich mal wieder das Wort, an dem ich mich reibe. Das Wort "Urlaub".
Um mein Problem mit diesem Wort zu illustrieren werde ich zwei Beispiele aus dem letzten Sommer heranziehen.
Da haben wir auf der einen Seite das, was für mich ein ganz klassischer Urlaub ist.
Kroatien. Vier Freundinnen. Ein Apartment. Strand. Meer. Sonnenschein. Und jede Menge köstliches Essen.
Ein Urlaub also, wie er im Katalog angepriesen wird!
Noch dazu in der Nebensaison. Also nicht mehr allzu viele Touristen.
Der Geruch nach Süden hängt in der Luft. Dieser unbeschreibliche Duft, den man dringend tief in die Nase ziehen muss, um sich damit für den kommenden Winter daheim zu wappnen.
Es gibt hier lange Tage am Strand. Die einzige Sorge sind möglich Sonnenbrände!
Spaziergänge durch kleine idyllische Dörfer. Viel kühles Eis und den ein oder anderen Cocktail am Abend.
Es ist ein Urlaub wie dieser, in dem man endlich mit reinem Gewissen all die Bücher lesen kann, die einzig und allein zur Zerstreuung dienen.
Das größte Ärgernis, dieser letzten Sommertage, die im Meer versenkte Sonnenbrille.
Die beste Erinnerung, die guten Gespräche, das laute Lachen und der Duft, der noch lange nahc der Heimreise in der Nase hängen bleibt.
Urlaub lässt sich für mich mit einem Wort zusammenfassen: Entspannung!
Ganz anders als ein solcher Urlaub. Vielleicht verwandt, vielleicht ein wenig ähnlich, aber doch wieder sehr konträr. Das ist für mich die Reise. Veranschaulichen möchte ich diese an dem Roadtrip nach Norwegen.
Auch hier sind vier Freunde. Auch hier gibt es ein Auto. Aber außer dem Norden, außer wenn möglich bis Norwegen, gibt es kein konkretes Ziel.
Diese Reise beinhaltet Chaos. Überraschungen. Unbekanntes. Und -in diesem Fall- das Gegenteil von köstlichem Essen.
Sie besteht aus spontanen Entscheidungen. Langen Autofahrten. Musik. Und vier verschiedenen Ländern. Dem unergiegigen Aufsuchen einer Prostituierten in Hamburg. Wunderbaren Dünenstränden in Dänemark. Regen, Wanderungen und unglaublichen Straßen in Norwegen. Zu kurzen Aufenthalten in Kopenhagen, Oslo und Göteborg, Schweden.
Diese Reise lebt von der Suche nach geeigneten Zeltplätzen. Unglaublich ungemütlichen Nächten im Auto. Und unfassbar schönen Augenblicken. Wunderlichen Anblicken. Zauberhaft unwirklicher Landschaft. Und vielen, anregenden Gesprächen.
Alles in allem ist diese Reise das Gegenteil meiner Urlaubsdefinition, denn von Entspannung fehlt hier jede Spur.
Ich habe eucht jetzt also meine unterschiedlichen Interpretationen der Wörter Urlaub und Reise erläutert. Doch das erklärt noch lange nicht mein Problem mit dem Wort "Urlaub". Die Sache ist vielleicht folgende, ich habe kein Problem mit diesem Wort!
Aber ich habe ein Problem mit diesem Wort im Zusammenhang mit dieser Aufgabe.
Urlaub ist wundervoll. Aber für mich auch etwas, das ich mir schaffen kann, indem ich ein paar Tage an den See fahre oder auf der Alm verbringe.
Eine Reise dagegen hat für mich etwas mit Abenteuer, mit neuen Welten, fremden Kulturen und vielen Erlebnissen zu tun.
Im Falle dieser Aufgabenstellung habe ich daher für mich das Gefühl, dass die Beschreibung einer Reise einfach ergiebiger und interessanter sein wird. Und aus diesem Grund hoffe ich sehr, ihr werdet es mir durchgehen lassen, wenn meine nächsten beiden Einträge das behandeln werden, was nach meiner Definition eine Reise ist!
Niemand der mit das Thema Fantasie gibt, kann erwarten, dass ich KEINE Geschichte schreibe!
Deshalb bin ich wieder mal ein bisschen in meiner eigenen Fantasie geschwelgt.
Ich bitte schon einmal im Voraus um Verzeihung, falls die Geschichte etwas zu schnulzig ist, aber ich kann einfach nicht anders.
Eine Frau geht die Straße entlang.
Bäume auf der einen Seite, Autos auf der anderen. Ihr Leben ist öde.
Nichts passiert jemals, nichts ändert sich. Sie hat den Alltag satt.
Hat keine Lust mehr auf den ewigen Trott der Einsamkeit. Sie sehnt
sich nach einem Gefährten. Nach jemandem, der sie versteht, ihr
Gesellschaft leistet. Als sie so die Straße entlang schleicht, sieht
sie nichts und niemanden, und niemand sieht sie. Es ist, als wäre sie
unsichtbar, würde gar nicht existieren. Keiner sieht sie oder nimmt
sie wahr. Sie hat Schmerzen. Die Einsamkeit tut ihr weh. Warum sieht
sie niemand? Warum will sie niemand?
Ihre einzigen Freunde existieren in
ihrer Fantasie. Dort ist sie die König. Jeder sieht sie und jeder
erkennt sie auch als das, was sie ist. Ein wunderbares Wesen, welches
nichts als Liebe zu geben hat. In ihrer Fantasiewelt ist alles gut.
Alles funktioniert so, wie sie es sich wünscht. Nur dort kann sie
glücklich sein. Doch auch diese Welt kann ihr keinen Gefährten
bieten, denn auch die Fantasie hat ihre Grenzen. Liebe kann man nicht
erfinden. Sie muss erlebt werden, um zu wissen wie sie sich anfühlt.
Sie hat ein klaffendes Loch in ihrer
Brust, das sich nicht schließen lässt. Doch Resignation hat sich
eingestellt. Die Hoffnung ist verdorrt. Sie wandelt wie ein Schatten
durch beide Welten, unfähig glücklich zu sein.
Auf ihrem Weg in den Park geht sie an
Kaffeehäusern vorbei. Dort sitzen Menschen, die so zufrieden
scheinen. Pärchen die einfach glücklich sind. Warum kann sie sich
nicht so fühlen?
Was stimmt nicht? Warum hat sie immer
das Gefühl als würde etwas fehlen?
Warum kann sie nicht mit sich selbst
glücklich sein? Weshalb ist sie nicht fähig das Loch in ihrer
Brust selbst zu schließen?
Bedauernd wendet sie den Blick ab. Sie
hat den Park erreicht und windet sich durch die Büsche zu ihrem
Lieblingsplatz. Eine kleine Lichtung mitten unter den dichten
Sträuchern. Dort ist es still und die Belebtheit der Stadt wird
ausgeblendet. Hier kann sie sich ihren Fantasien hingeben.
Sie legt sich auf die mitgebrachte
Decke und schließt die Augen. Sie atmet tief ein. Befreit sich vom
Trubel der Großstadt und öffnet ihren Verstand.
Plötzlich hört sie Schritte, die sich
durch das Dickicht bahnen. Sie öffnet die Augen. Jemand steht vor ihr. Ein Räuspern. Sie hebt den
Blick. Und wer steht vor ihr? Eine Gestalt, die sie gedacht hätte niemals zu treffen. Ausgeburt ihrer Träume, Bild jeder Fantasie. Der
Mann ihrer Träume. Dies muss ein Traum sein. Es ist nicht möglich,
dass es ihn wirklich gibt.
„Hier bist du also“, sagt er mit
einem schmunzeln. Grübchen in den Wangen.
„Wie bitte?“ fragt sie ganz
verdattert.
„Ich habe dich gesucht.“
„Und wer bist du“ Dumme Frage. Sie
weiß ganz genau wer er ist.
„Du musst jetzt mit mir kommen.“ Er
streckt ihr die Hand entgegen.
„Wohin soll ich mitkommen?“ Kann er
denn keine Fragen beantworten?
„Du weißt wohin. Du hast nach mir
gerufen. Ich habe lange genug auf meine Königin gewartet. Unsere
Untertanen brauchen ihre Herrscherin.“
Unbewusst nimmt sie gebotene Hand in
die ihre und lässt sich von ihm auf die Beine helfen.
„Königin? Wer bist du?“ Diesmal war
sie sich nicht mehr so sicher wer er war.
„Ich bin Morpheus, meine Geliebte. Ich
habe 3000 Jahre auf dich gewartet, nun da ich dich gefunden habe,
scheint meine Geduld erschöpft zu sein. Folge mir in unser Reich.
Ich konnte deine Sehnsucht spüren. Du hast nach mir gerufen. Jetzt
komm.“
Ihre Hand in seiner, führt er sie
durch die Büsche. Als sie die nächste Lichtung erreichen, hebt er
die freie Hand und murmelt unverständliche Wörter vor sich hin.
Plötzlich teilen sich die Bäume auf der anderen Seite der Lichtung
und bilden eine Art Tunnel. Am Ende des Tunnels strahlt ein Licht so
hell, wie ein Cluster voll Sterne.
„Siehst du das Licht? Das ist die
Freude unseres Volkes über die Ankunft seiner Königin.“ Er dreht
sich zu ihr zieht ihre verschränkten Hände an seinen Mund und küsst
zärtlich ihren Handrücken.
„Folge mir, sowie ich auch dir
überall hin folgen werde.“
Völlig benommen nickt sie nur.
„Warte, heißt nicht auch der Gott
der Träume Morpheus?“ fragt sie wie aus der Pistole geschossen.
„Es gibt nur einen Morpheus“, sagt
er mit einem Zwinkern.
Sprachlos folgt sie ihm durch den
Tunnel, dem Licht entgegen.
Morpheus, der Gott der Träume ist
gekommen, um sie zu sich zu holen.
3 Tage später wird ein kleiner Junge
den Körper der Frau finden. Immer noch auf der Decke liegend, mit
einem Lächeln auf dem Gesicht. Herzstillstand wird es heißen. Doch vermissen wird sie niemand, denn sie ist nun dort, wo sie hingehört.
Take everything you know and write it on your skin And you can carry on and forget everything Take everything you own and put it in your car You can drive away, drive away so far, And drive into a lake and take off all your clothes, Set your clothes on fire, now you are alone But you've got all you know written on your skin, So you can carry on and forget everything
Newton Faulkner
Mein drittes und letztes Zitat. Zur Abwechslung ist es mal wieder aus einem Songtext. Was an diesem etwas Anders ist als an den anderen ist die Tatsache, dass es nur mit der Musik richtig und wirklich funktioniert. Die Musik ist es, die das Gefühl von Freiheit und Glück transportiert, das ich bei diesem Zitat so liebe.
Es gefällt mir deshalb so gut, weil es an einen heimlichen Traum von mir anknüpt: Meine Sachen packen, ein Auto schnappen und wegfahren. Einfach weg, egal wohin. Vielleicht erst mal in den Süden, so lange ich Lust habe, und wenns wo schön ist, einfach dort bleiben. Die Verpflichtungen und Sorgen hinter sich lassen. Sich auf die schönen Dinge im Leben konzentrieren, wundervolle Orte sehen und tolle Menschen kennen lernen. Das Leben genießen, auf eine Art, die sonst nur im Urlaub geht.
Das einzige Problem dabei ist: das hieße auch alles Andere hinter sich lassen. Freunde und Familie. Das ist es, was ich nicht kann. Zumindest nicht dauerhaft. Wenn ich alles hinter mir lasse um etwas Neues auszuprobieren, dann war das immer mit der Sicherheit, wieder zurück zu kommen. Und die Unsicherheit fehlte. Natürlich, ich hatte keine Ahnung was mich erwartet, aber ich wusste zumindest, dass ich ein Dach über dem Kopf habe und mir über meine Finanzen keine Sorgen machn muss.
Wenn ich dagegen à la Newton Faulkner abhauen würde, dann wäre das ein Sprung ins Ungewisse. Selbst wenn ich vorher ein paar Hundert oder Tausend Euro verdienen würde, die wären irgendwann aufgebraucht und ich müsste mich erst wieder dem Ernst des Lebens stellen. Ich wüsste nicht wo ich schlafen kann, ich hätte keine Ahnung was ich essen soll, ich hätte niemanden zum quatschen, und wäre allein, wie er auch betont "now you are alone".
Doch dieses gänzliche allein sein ist nichts für mich. Ich vereinsame da. Auch wenn es Phasen gibt in denen ich mich abschotte kann ich eigentlich nicht gut alleine sein. Deshalb wohne ich in einer WG. Deshalb liebe ich meine Großfamilie. Wenn ich zu viel alleine bin werde ich deprimiert. Außer es ist, wie gesagt, die gewollte Einsamkeit. Es gibt Momente, da muss ich alleine sein. Da weiß ich nicht, wie ich den Menschen gegenübertreten soll. Vor allem nicht denen die ich kenne und liebe. Fremde Menschen sind gut in solchen Situationen, aber die die mich kennen? Die die merken würden, dass was los ist? Nein.
Vielleicht hat das wegfahren auch genau deshalb so einen besonderen Reiz für mich. Es wäre wohl doch auch eine kleine Flucht. Aber dort könnte man sich mit fremden Menschen befassen. Dort ist man ein unbeschriebenes Blatt, man kann tun was man will, und es ist egal, wenn man Scheiße baut, denn man kann einfach seine Sachen packen und zum nächsten Ort fahren. Fremde Menschen verurteilen einen um einiges weniger als jene, die einen kennen.
Warum nur muss alles so verworren und ambivalent sein???
"Write It On Your Skin"
Take everything you know and write it on your skin
And you can carry on and forget everything
Take everything you own and put it in your car
You can drive away, drive away so far,
And drive into a lake and take off all your clothes,
Set your clothes on fire, now you are alone
But you've got all you know written on your skin,
So you can carry on and forget everything
All the things I'd rather be,
All the things I'd rather be
I can't, I can't, I can't stay around here
I can only leave
Take everything you know and write it on your skin
And you can carry on and forget everything
Take everything you own and put it in your car
You can drive away, drive away so far,
Then drive into a lake and take off all your clothes,
Set your clothes on fire, now you are alone
But you've got all you know written on your skin,
So you can carry on and forget everything
All the things I'd rather be,
All the things I'd rather be
I can't, I can't, I can't stay around here
I can only leave
I can't, I can't, I can't stay around here
I can only leave
Life feels like a music box, I'm spinning round slowly and I can't get off
And life feels like a music box, I'm spinning round slowly and I can't get off
(Let's start again)
And life feels like a music box (start again) I'm spinning round slowly and I can't get off (let's start again)
And life feels like a music box (start again) I'm spinning round slowly and I can't get off
Hab soeben beschlossen, zu bloggen! Weil so lange ist ja das Monat nicht mehr und ich glaub ich hab ab Freitag einfach so gar keine Zeit mehr, also: Glas Wein und Musik und schreiben! :)
There we go!
Alle haben 'nen Job - ich hab Langeweile!Keiner hat mehr Bock auf Kiffen, Saufen, FeiernSo ist das hier im Block, Tag ein Tag ausHalt mir zwei Finger an den Kopf und mach:Peng! Peng! Peng! Peng!
Marteria - Kids (2 Finger an den Kopf)
Es ist erneut ein Zitat aus einem Lied, das ziemlich genau mein Problem darstellt. Also, eigentlich ist es kein wirkliches Problem, aber vielleicht halt doch so ein bisschen. Sagen wir es ist etwas, mit dem ich einfach ein kleines bisschen unzufrieden bin. Und nur als kurzer Einwurf: ich hab grade unzufrieden ohne langem i gschrieben - WTF?!?!?!?!
Anyway, dieses Zitat spricht mir aus der Seele. Also ich mein, alles stimmt natürlich nicht, weil ich weder kiffe, noch in nem Block wohne, noch meine Freunde alle einen Job haben, aber ich meine die Quintessenz.
Von meinen Freunden, beziehungsweise meinen weiblichen Freunden, sind alle so furchtbar erwachsen. Sie tun das, sie tun dies, sie haben jenen Termin und wollen diesen Weg gehen und haben den anderen Plan und machen das. Ich füge mich da nicht so gut ein. Ich bin jung, ich bin naiv, ich bin dumm, ich gebe mich den sinnlosen Dingen hin, betrinke mich gerne und oft und viel und würde viel lieber einfach nur auf alles scheißen.
Und immer mehr bekomme ich das Gefühl, dass das nur mit Männern geht, nur mit Fremden geht, nur mit irgendwelchen Leuten geht, nicht aber mit meinen Freundinnen.
Und das ist doch so furchtbar schade.
Versteht mich bitte nicht falsch, nachdem das hier nur meine Freundinnen lesen werden vermittelt das bestimmt gleich mal wieder das falsche Signal, das ist kein Vorwurf!!!!! KEIN VORWURF!!!!!
Ich frage mich nur immer wieder: bin ich so furchtbar jung und langsam in meiner Entwicklung, oder seid ihr so furchtbar schnell? Aber irgendwie lebt sich alles auseinander, und ich fühle mich immer weniger dazupassend. Alle sind immer so ernst, wo ist der Spaß? Wo ist das einfach mal drauf scheißen und trotz eines anstrengenden nächsten Tages bis 5 fortgehn? Wo ist das "und heut lern ich nicht, ich mag nicht und aus"? Wo ist das "das Wetter ist schön...geh ma auf einen Spritzer in den Park"? Wo ist das "lass uns doch nochmal jung und dumm sein"? Wo ist das "verdammt nochmal wir sind 21, wenn nicht jetzt, wann dann"?
Ich vermisse die Leute, die einen einfach drauf scheißen lassen, einfach in den Tag leben lassen, die einen einfach mal am Arm nehmen und sagen "und heut, heut lassen wirs uns gut gehen".
Weil sowas macht keiner! Niemand mehr! Wenn mans sich mal gut gehen lässt dann ist es immer mit schlechtem Gewissen, und die die drauf scheißt bin immer nur ich. Das macht doch alles keinen Spaß, wenn man die anderen dazu drängen muss sich gehen zu lassen. Alles ist immer so furchtbar ernst und erwachsen. Manchmal, wenn ich mit manchen Menschen rede, dann hab ich das Gefühl als wären sie 30 und nicht 20. Was ist mit der Lust der Jugend passiert, mit der Ignoranz, mit der Dummheit?
Kein Wunder, dass alle die 15-jährigen für so krass und furchtbar halten, wenn sich die 20-jährigen schon benehmen wie 35-jährige, wann kann man dann jung und dumm sein?
Ich jedenfalls, ich habe keine Lust erwachsen und rational zu sein, immer nur gründlich nachzudenken und die weise Entscheidung zu treffen! Ich will mich betrinken, ich will Abende mit fremden Menschen verbringen, ich will Tage einfach nur daheim vorm Fernseher sitzen und Chips futtern, ich will stundenlang sinnlosen Blödsinn quatschen und mir nicht dumm dabei vorkommen und ich will lachen einfach um des Lachens willen!
[Hook 2x]
Alle haben 'nen Job – ich hab Langeweile!
Keiner hat mehr Bock auf Kiffen, Saufen, Feiern
So ist das hier im Block, Tag ein Tag aus
Halt mir zwei Finger an den Kopf und mach:
Peng! Peng! Peng! Peng!
[Part I - Marteria:]
Alle spielen jetzt Golf, jeder fährt Passat
Keiner tätowiert sich Wu-Tang auf'n Arsch
Keiner tanzt mehr Moonwalk seit Michael Jackson starb
Alle auf Salat – keiner mehr verstrahlt
Jeder macht Diät – niemand isst mehr Fleisch
Niemand hat 'nen Trichter – alle saufen Wein
In der guten alten Zeit war'n alle Donnerstags schon breit
Ich sitz' auf'm Sofa, rauch das ganze Zeug allein
Alle sind jetzt "Troy" niemand geht mehr raus
Keiner kämpft mehr bis zum "Endboss" – alle geben auf
Jeder geht jetzt joggen, redet über seinen Bauch
Bevor die "Lila Wolken" kommen sind alle längst zuhaus'
[Hook 2x]
[Part II - Marteria:]
Jeder glücklich Zweiter, keiner mehr Verlierer
Keiner geht mehr klauen, freundlich zum Kassierer
Alle ziehen aufs Land in die große Stadt nie wieder
Silbernes Besteck – Goldener Retriever
Alle mähen Rasen, putzen ihre Fenster
Jeder ist jetzt Zahnarzt – keiner ist mehr Gangster
Keiner fälscht mehr Stempel – alle gehen schwimmen
Jeder steht jetzt auf der Liste – niemand geht mehr hin
Keiner will mehr ballern, treffen um zu reden
Keiner macht mehr Malle, alle fahren nach Schweden
Jeder liebt die Bayern, vor'm Essen beten
Leben die kleinen Träume, verbrennen die großen Pläne
[Hook 2x]
[Marteria & Yasha]
Randale und Krawall, die Zeiten sind längst vorbei
Wo sind meine Leute hin, die waren früher überall
Was all die anderen starten sieht wie ne Landung aus
Und die Welt sie dreht sich weiter nur nicht mehr ganz so laut
Zu aller erst möchte ich zwischen den
beiden Wörtern „Fiktionalität“ und „Fantasie“
unterscheiden.
Für mich haben die beiden Wörter
völlig unterschiedliche Bedeutungen.
Fiktionalität ist, meiner Meinung nach, das Gegenstück zur Realität. Es ist eine - sagen wir - Welt die es
„in Wirklichkeit“ nicht gibt. Das hat sie mit der Fantasie noch
gemeinsam. Jedoch hat Fantasie etwas mystisches, etwas nicht
erfassbares. Eine Welt die man sich selbst erschaffen hat. Ein
Refugium, ein Zuhause.
Fiktionalität hat für mich einen
negativen Klang. Diese Wort wird meist im Zusammenhang verwendet, um
jemandem klar zu machen, dass etwas nicht war ist, niemals möglich
ist.
Im Gegensatz zur Fantasie. Sie ist ein
Reich, welches nur Leute betreten dürfen, die es wirklich verdient
haben. Sie ist ein Geschenk an die Menschheit. Gottgegeben oder nicht
- Ansichtssache - wir Menschen sind gesegnet mit der Gabe, unsere
eigene Welten zu erschaffen.
Ich hab die beiden Begriffe einmal
gegoogelt und Fantasie wird als kreative Fähigkeit bezeichnet, die
uns ermöglicht innere Bilder und damit eine „Innenwelt“ zu
erschaffen.
Im Gegenzug dazu, wird Fiktionalität
bzw. Fiktion mit dem Wort „Hirngespinst“ im gleichen Satz bzw. Zusammenhang verwendet.
Was wiederum zeigt, dass der Ausdruck
Fiktion durchaus negative Züge hat.
Fantasie ist in diesem Sinne eine Gabe,
im Gegensatz zur Fiktion, welche dich einfach wieder auf den Boden
der Tatsachen zurückholen will.
Strickt man diesen Gedanken nun weiter,
so komme ich zu dem Schluss, dass es für die Fantasie nicht wirklich
einen Gegensatz, wie bei der Fiktion die Realität, gibt. Was wiederum
bedeutet, dass ich sehr wohl aus der Fiktion zurück in die Realität
geholt werden kann, die Fantasie jedoch, kann mir niemand nehmen.
Niemand kann mir die Fähigkeit zu
denken nehmen. Niemand kann mich daran hindern, meine eigene Welt
aufzubauen, in der alles so passiert, wie ich es mir von ganzen
Herzen wünsche.
Wie gesagt, die
Fähigkeit zu fantasieren, ist eine Gabe. Ich finde es nicht
verwerflich, wenn man hin und wieder einmal gedanklich abdriftet und
„in seiner eigenen Welt vorbeischaut“. Es ist eher etwas
wunderbares und jeder sollte neidisch sein, auf Leute die eben das
können. Auch wenn der Raum voller Menschen ist.
Schon Einstein hat
gesagt: „Phantasie ist
wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.“
Was
nützt schon alles Wissen der Welt, wenn man sich mit diesem Wissen,
nicht einmal eine eigene Fantasiewelt aufbauen kann?
Ich
selbst habe auch meine eigene Fantasiewelt, und ich schäme mich auch
nicht, dies zuzugeben. Wenn es mir nicht gut geht oder auch wenn ich
nichts besseres zu tun habe, ziehe ich mich zurück und spinne weiter
an meiner „Storyline“. - Kann sehr entspannend sein......
ABER!
Manche Menschen vergessen irgendwann, dass eben ihre Welt nur eine
Fantasie ist. Sie vergessen, was wichtig ist im Leben. Denn, auch so
schön die Fantasiewelt ist, sie ist eben nur eine Fantasie.
So
kann die Gabe, sich eine eigene Welt zu erschaffen, auch schnell zum
Fluch werden.
ODER
„Phantasie
ist unser guter Genius oder unser Dämon.“ ~
Immanuel Kant
So
komme ich zu dem Schluss:
Es
ist zwar schön sich in der eigens erschaffenen Welt aufzuhalten,
jedoch irgendwann muss jeder wieder in die Wirklichkeit zurück um
den Halt in DIESER Welt nicht zu verlieren. So bleibt es leider nur
ein Zeitvertreib und wird niemals mehr sein.
Dieses Zitate suchen ist wirklich schwer. Ist ja nicht so, als würd ich nicht genug kennen oder aufgeschrieben haben oder im Internet finden wenn ich suche, aber die Frage ist doch: über welche von ihnen kann ich schreiben? Welche von ihnen sind es wert, diskutiert zu werden? Oder vielleicht ist die Frage ob sie es wert sind auch der falsche Ansatz. Ich habe jetzt 20min herumüberlegt welches ich denn nehmen soll, und habe mich schlussendlich entschieden. Es ist der Refrain eines Songtextes.
Mal bist du der Jäger, mal bist du der Bär.
Nur wenn,
du Bär sein musst, um Gottes Willen, dann kämpf!
Und ich bin Grizzly jetzt. (Ich bin ein Grizzly jetzt)
Ausgewählt habe ich für meinen ersten Post genau das, weil es viel für mich aussagt. Es hat mich monatelang begleitet, lief rauf und runter, und hat mir aus der Seele gesprochen, auch wenn ich nicht die Kraft hatte es anzuwenden.
Die Phrase: "um Gottes Willen dann kämpf!" sagt genau das aus, woraus uns aller tägliches Leben besteht. Im Endeffekt sind wir doch um so viel öfter der Bär als der Jäger. Auf uns wird Jagd gemacht, uns werden Steine in den Weg gelegt, und wir haben die Wahl: fliehen, kämpfen oder aufgeben?
Ich habe mich im letzten Jahr eine lange Zeit für aufgeben entschieden. Wobei das keine bewusste Entscheidung war. Ich war so verletzt und enttäuscht, so unendlich tief erschüttert, ich hatte das Gefühl als wäre ich nichts als ein Scherbenhaufen. Das Gefühl innerlich zerbrochen zu sein, auch wenn ich noch normal aussehe. Und wenn man aus nichts als Millionen von kleine Splittern und Scherben besteht, wie soll man da fliehen, geschweige denn kämpfen? Es war hart genug nicht komplett zu zerbrechen.
Alleine morgens aufzustehen war eine Qual, einzuschlafen beinahe unmöglich, essen eine schiere Unmöglichkeit. Alles ist sinnlos, alles tut weh, und die kleinsten Dinge kosten so unendlich viel Kraft. Man fühlt sich als hätte man den Mount Everest erklommen, wenn man auf die Uni geht und es ohne zu heulen wieder nach Hause schafft.
Da kann man nicht kämpfen, da kann man nicht laufen, da kann man nur eine Stunde nach der anderen so gut wie möglich hinter sich bringen und hoffen, dass die nächste etwas einfacher wird. Nur ein kleines bisschen.
Ich habe also dieses Lied gehört. Den Aufruf zu kämpfen, den Aufruf zu leben, den Aufruf sich nicht unterkriegen zu lassen, den Aufruf das Beste draus zu machen. Und es kam mir vor wie ein schlechter Witz. Es ging nicht. Aber ich habe es wieder gehört. Immer und immer wieder. Und irgendwann, zugegeben nach langer Zeit, konnte ich wieder laufen. Immerhin. Das Ziel war nicht mehr die Stunde zu überleben, sondern den Tag. Ein großer Fortschritt, wenn man es bedenkt.
Und mittlerweile ist es ein hoffnungsvolles Lied für mich.
Das Ziel ist es zu kämpfen. Gegen die Kleinigkeiten im Leben und auch die großen Dinge. Ich kämpfe gegen meine Hausübungen, kämpfe gegen meine Professorin, kämpfe gegen Vorurteile, kämpfe manchmal auch gegen meine Freunde, kämpfe gegen meine eigene Stimmung und meine Faulheit. Denn wenn man aufhört zu kämpfen geht man unter. Und das will ich nicht. Untergehen ist nicht gut. Es gibt ja doch auch schöne Dinge im Leben, und für die lohnt es sich zu kämpfen. Bloß immer geht es eben nicht. Das habe ich auf die harte Tour gelernt, das hat mich beinahe zerstört. Ich werde niemanden verurteilen der nicht kämpft, ich weiß, dass es Momente gibt, in denen man das einfach nicht kann. Aber wenn man die Möglichkeit hat, sollte man sich immer dafür entscheiden der Grizzly zu sein. Denn die, die dich jagen haben es nicht verdient dich zu kriegen.
Casper - Das Grizzly Lied:
Wollten immer dem Hundeleben entkommen,
dem Küchentisch aus umgedrehten Kartons
und weg von Ungeziefern im Kleiderschrank,
eines Tages mehr sein als Untermieter des kleinen Manns.
Hatten es anders gedacht, in die Ferne nach Atlanta gemacht.
Nur Bilder der großen Welt zerschellen ohne Geld in dem Wohnwagenplatz, dort am Rande der Stadt.
Mama war's satt, war'n einfach arm, einfach mies,
du warst mal ein Jahr da, dann ein Jahr Krieg.
Wusst' nie wo das liegt, wann du wieder ma' kommst,
malte dir Bilder mit Sonnen, jeden Brief an die Front.
'Mein Sohn' hast du gesagt, da beim schießen im Wald
'lass dir nie was gefallen, vergiss nie diesen Knall.
So sehr du dich erschreckst, blick dem Feind ins Gesicht,
echte Männer stehen wieder auf, nur die Feiglinge nicht!'
(2x)
Papa sagte: 'Sohn, nimm mein Gewehr.
Mal bist du der Jäger, mal bist du der Bär.
Nur wenn, du Bär sein musst
um Gottes Willen, dann kämpf!
Und ich bin Grizzly jetzt. (Ich bin ein Grizzly jetzt)
Und du sagtest auch: 'Wenn das Leben nur Zitronen gibt,
mach verdammt nochmal Limonade draus.
Sprich gerade raus, Kinn hoch, nie feige, Sohn.
Spiel nicht mit Herzen, oder denen die das mit deinem tun.
Wir sind nicht reich, werden's nie sein.
Probleme für's Leben zu groß, für's Sterben zu klein.
Du weißt, es regnet nicht ewig, immer nur schwer,
nur stets zum Kinn und höher, Zeit schwimmen zu lernen.
Zu gern ich immer da wär, kommt es hart auf hart,
nimm die Faust, Finger raus.
Such den Größten der Bande, spring da drauf, schwing voll aus.
Verlieren wirst du nur das eine Mal, denn ist alles gegeben,
denken die nächstes Mal zwei mal nach.
Der Sinn des Lebens ist Leben, das wars.
Der Sinn des Lebens ist leben.
Jeder tritt auch mal versehendlich daneben,
Der Trick ist immer die Balance zwischen Nehmen und Geben.
Karma!
(2x)
Papa sagte: 'Sohn, nimm mein Gewehr.
Mal bist du der Jäger, mal bist du der Bär.
Nur wenn,
du Bär sein musst, um Gottes Willen, dann kämpf!
Und ich bin Grizzly jetzt. (Ich bin ein Grizzly jetzt)
(5x)
Es wäre heut' nicht wie es ist,
wär es damals nicht gewesen wie es war
Der Sinn des Lebens ist leben!
(2x)
Papa sagte: 'Sohn, nimm mein Gewehr.
Mal bist du der Jäger, mal bist du der Bär.
Nur wenn,
du Bär sein musst, um Gottes Willen, dann kämpf!
Und ich bin Grizzly jetzt. (Ich bin ein Grizzly jetzt)