Anna und Birgit

Anna und Birgit

Freitag, 30. Mai 2014

Israel


Das Land, das ich für meinen zweiten Blogeintrag gewählt habe ist Israel!
Die Frage nach dem "warum" ist in diesem Fall schnell geklärt. Weil Israel die bisher wahrscheinlich ungewöhnlichste meiner Reisen war. Das vielleicht spannendste Land, das ich bisher betreten habe.
Viel schwieriger ist die Frage, worüber genau ich berichten möchte.
Nach langem Überlegen habe ich beschlossen, einen einzelnen Tag für euch herauszupicken.

Es handelt sich um einen Tag, schon relativ am Ende dieser Reise. Der Schauplatz ist Tel Aviv.
Die Stadt, in der die Reise ihren Anfang genommen hat war dann also auch die Stadt, in der die Reise zu ihrem Ende kommen sollte.
Der Tag hat mit dem Aufwachen im absolut empfehlenswerten, wenngleich auch ein wenig schmuddeligen, (auch dazu gäbe es eine tolle Geschichte!) Youth Hostel begonnen.
Der erste Weg hat hat uns fort von der Strandpromenande, an der auch um diese Uhrzeit schon reges Treiben herrschte, hinein in den Irrgarten aus verschiedensten Straßen, Gässchen und Wegen, mitten in die Stadt geführt.
Wir sind in einem Kaffee an einer der Ecken zum armenischen Viertel gelandet. Zuallererst haben wir uns eine dieser köstlichen Frühstückskreationen gegönnt, die ich hier in Österreich so wahnsinnig vermisse.
Es gibt starken Kaffee. Frisch gepressten Orangensaft (nicht bloß so ein winziges Gläschen, nein! ein richtiges, ordentliches, großes Glas). Ein Müsli mit frischen Früchten, Honig, und leicht angerösteten Nüssen. Den typischen Salat aus Gurken und Tomaten, der hier zu fast allem serviert wird. Ein wenig Brot. Käse. Und ein weiches Ei. Kann es etwas Besseres zum Munterwerden geben?
Hinterher noch eine abenteuerliche Suche nach dem Klo -es befand sich drei Ecken weiter in einem winzigen Innenhof- dann sind wir weiter gegangen.




 Das erste Ziel des Tages: Ein Museum. Nicht irgendein Museum. Es handelt sich -so unser Reiseführer, die nette Rezeptionistin und eine freundliche Bekanntschaft- um ein Museum zur Geschichte der Besiedelung Israels durch die Juden. Der friedlichen Besiedelung wohlgemerkt




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Umso erstaunter waren wir, als das Museum aus allen Nähten zu platzen drohte. Nicht etwa wegen der vielen Touristen. Es waren vorrangig Soldaten und Soldatinnen, die sich hier tummelten.
An der Kasse hat man uns einmal mehr erklärt, dass hier die friedliche Besiedelung dokumentiert werde und dass dieses Museum einen Pflichtbesuch für alle neuen Soldaten und Soldatinnen darstelle.
Immerhin, so der Kassierer, sei es diese friedliche Besiedelung, für die auch weiterhin gekämpft werden soll. Schon bei dieser Verwendung von "friedlich" und "kämpfen" sollte man doch eigentlich ins Stocken geraten.
Objektiv betrachte- obwohl sich hier die Frage stellt, ob das in Israel überhaupt möglich ist- war das Museum ein Kriegsmuseum. Gezeigt wurden Waffen. Angriffs,- und Verteidigungstrategien. Militärkostüme. Und die wichtigsten Namen aus der Vergangenheit.

Einmal mehr hat sich mir hier gezeigt, dass die Geschichte dieses augenscheinlich viel zu kleinen Landes noch um so vieles komplexer ist, als ich im ersten Moment auch nur zu ahnen wagte!

Nach dieser -neuerlich schockierenden- Erkenntnis war Zerstreuung notwendig.
Wir haben uns also Fahrräder ausgeborgt. Die gibt es in Israel an jeder Ecke. Und dann sind wir losgefahren, in Richtung Jaffa, dem alten Teil der Stadt.

Dort angekommen hat gerade der Muezzin gerufen. Es ist seltsam, wie schnell ein anfangs fast unheimliches, auf jeden Fall sehr ungwohntes Geräusch  einem plötzlich vertraut erscheint.
In den alten, engen Gässchen von Jaffa angekommen sind wir zuallererst zu einer dieser hervorragenden Bäckereien marschiert. Es gibt dort diese köstlichen, gewürzten, zum Teil belegten Fladenbrötchen, mit verschiedenen Dips. Wer sowas noch nie probiert hat, kann sich diesen Geschmacksorgasmus nicht einmal im Traum ausmalen.
Danach sind wir durch den Antiquitätenmarkt, im Herzen Jaffas, gewandert. Herrliche Möbel. Silberschmuck. Lederwaren. Hier findet man wirklich alles! Und dann auch noch zu leistbaren Preisen!
Wir haben noch nicht einmal die Hälfte des Marktes geschafft, als unsere erneut knurrenden Mägen uns vor der weiteren Geldausgabe bewahrt haben.




Daher haben wir also den Rückweg angetreten. Diesmal zu Fuß und nicht mehr im Stadtinneren, sondern an der Strandpromenande entlang. In einem der vielen Restaurants mit Meerblick gab es dann noch ein leckeres Abendessen und ein oder auch zwei Gläser Wein, bevor es dann todmüde ins Bett ging.



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