Deshalb bin ich wieder mal ein bisschen in meiner eigenen Fantasie geschwelgt.
Ich bitte schon einmal im Voraus um Verzeihung, falls die Geschichte etwas zu schnulzig ist, aber ich kann einfach nicht anders.
Eine Frau geht die Straße entlang.
Bäume auf der einen Seite, Autos auf der anderen. Ihr Leben ist öde.
Nichts passiert jemals, nichts ändert sich. Sie hat den Alltag satt.
Hat keine Lust mehr auf den ewigen Trott der Einsamkeit. Sie sehnt
sich nach einem Gefährten. Nach jemandem, der sie versteht, ihr
Gesellschaft leistet. Als sie so die Straße entlang schleicht, sieht
sie nichts und niemanden, und niemand sieht sie. Es ist, als wäre sie
unsichtbar, würde gar nicht existieren. Keiner sieht sie oder nimmt
sie wahr. Sie hat Schmerzen. Die Einsamkeit tut ihr weh. Warum sieht
sie niemand? Warum will sie niemand?
Ihre einzigen Freunde existieren in
ihrer Fantasie. Dort ist sie die König. Jeder sieht sie und jeder
erkennt sie auch als das, was sie ist. Ein wunderbares Wesen, welches
nichts als Liebe zu geben hat. In ihrer Fantasiewelt ist alles gut.
Alles funktioniert so, wie sie es sich wünscht. Nur dort kann sie
glücklich sein. Doch auch diese Welt kann ihr keinen Gefährten
bieten, denn auch die Fantasie hat ihre Grenzen. Liebe kann man nicht
erfinden. Sie muss erlebt werden, um zu wissen wie sie sich anfühlt.
Sie hat ein klaffendes Loch in ihrer
Brust, das sich nicht schließen lässt. Doch Resignation hat sich
eingestellt. Die Hoffnung ist verdorrt. Sie wandelt wie ein Schatten
durch beide Welten, unfähig glücklich zu sein.
Auf ihrem Weg in den Park geht sie an
Kaffeehäusern vorbei. Dort sitzen Menschen, die so zufrieden
scheinen. Pärchen die einfach glücklich sind. Warum kann sie sich
nicht so fühlen?
Was stimmt nicht? Warum hat sie immer
das Gefühl als würde etwas fehlen?
Warum kann sie nicht mit sich selbst
glücklich sein? Weshalb ist sie nicht fähig das Loch in ihrer
Brust selbst zu schließen?
Bedauernd wendet sie den Blick ab. Sie
hat den Park erreicht und windet sich durch die Büsche zu ihrem
Lieblingsplatz. Eine kleine Lichtung mitten unter den dichten
Sträuchern. Dort ist es still und die Belebtheit der Stadt wird
ausgeblendet. Hier kann sie sich ihren Fantasien hingeben.
Sie legt sich auf die mitgebrachte
Decke und schließt die Augen. Sie atmet tief ein. Befreit sich vom
Trubel der Großstadt und öffnet ihren Verstand.
Plötzlich hört sie Schritte, die sich
durch das Dickicht bahnen. Sie öffnet die Augen. Jemand steht vor ihr. Ein Räuspern. Sie hebt den
Blick. Und wer steht vor ihr? Eine Gestalt, die sie gedacht hätte niemals zu treffen. Ausgeburt ihrer Träume, Bild jeder Fantasie. Der
Mann ihrer Träume. Dies muss ein Traum sein. Es ist nicht möglich,
dass es ihn wirklich gibt.
„Hier bist du also“, sagt er mit
einem schmunzeln. Grübchen in den Wangen.
„Wie bitte?“ fragt sie ganz
verdattert.
„Ich habe dich gesucht.“
„Und wer bist du“ Dumme Frage. Sie
weiß ganz genau wer er ist.
„Du musst jetzt mit mir kommen.“ Er
streckt ihr die Hand entgegen.
„Wohin soll ich mitkommen?“ Kann er
denn keine Fragen beantworten?
„Du weißt wohin. Du hast nach mir
gerufen. Ich habe lange genug auf meine Königin gewartet. Unsere
Untertanen brauchen ihre Herrscherin.“
Unbewusst nimmt sie gebotene Hand in
die ihre und lässt sich von ihm auf die Beine helfen.
„Königin? Wer bist du?“ Diesmal war
sie sich nicht mehr so sicher wer er war.
„Ich bin Morpheus, meine Geliebte. Ich
habe 3000 Jahre auf dich gewartet, nun da ich dich gefunden habe,
scheint meine Geduld erschöpft zu sein. Folge mir in unser Reich.
Ich konnte deine Sehnsucht spüren. Du hast nach mir gerufen. Jetzt
komm.“
Ihre Hand in seiner, führt er sie
durch die Büsche. Als sie die nächste Lichtung erreichen, hebt er
die freie Hand und murmelt unverständliche Wörter vor sich hin.
Plötzlich teilen sich die Bäume auf der anderen Seite der Lichtung
und bilden eine Art Tunnel. Am Ende des Tunnels strahlt ein Licht so
hell, wie ein Cluster voll Sterne.
„Siehst du das Licht? Das ist die
Freude unseres Volkes über die Ankunft seiner Königin.“ Er dreht
sich zu ihr zieht ihre verschränkten Hände an seinen Mund und küsst
zärtlich ihren Handrücken.
„Folge mir, sowie ich auch dir
überall hin folgen werde.“
Völlig benommen nickt sie nur.
„Warte, heißt nicht auch der Gott
der Träume Morpheus?“ fragt sie wie aus der Pistole geschossen.
„Es gibt nur einen Morpheus“, sagt
er mit einem Zwinkern.
Sprachlos folgt sie ihm durch den
Tunnel, dem Licht entgegen.
Morpheus, der Gott der Träume ist
gekommen, um sie zu sich zu holen.
3 Tage später wird ein kleiner Junge
den Körper der Frau finden. Immer noch auf der Decke liegend, mit
einem Lächeln auf dem Gesicht. Herzstillstand wird es heißen. Doch vermissen wird sie niemand, denn sie ist nun dort, wo sie hingehört.
haha wirklich sehr kitschig, aber das ende is...überraschend! ;)
AntwortenLöschenned schlecht! :)