Halli Hallo!
Ihr habt ihn wohl schon sensüchtig erwartet, und hier kommt er nun: der zweite Eintrag über die Liebe.
Inspiriert wurde ich zu diesem Eintrag von einem Video, das wir in unserem Englisch Kurs angesehen haben. Wobei, inspiriert ist hier das falsche Wort. Das Video war so verstörend und beängstigend, dass ein so positives Wort wie inspirieren einfach nicht passt. Leider fällt mir momentan kein besseres Wort ein, also muss ich mich wohl in Ermangelung einer passnederen Alternative weiterhin dieses Wortes bedienen - oder ist es diesen Wortes?! Zur Hölle mit der deutschen Grammatik!!!
Wie dem auch sei, hier meine neuester Gedankenerguss zum Thema Liebe:
Um zu verstehen worauf ich hinaus will sollte eigentlich jeder das Video sehen, allerdings weiß ich leider weder wie heißt noch wo man es ansehen kann oder irgendetwas anderes, also werde ich euch erst einmal erzählen worum es geht.
Die ganze Geschichte spielt ein paar Jahre in der Zukunft, nicht sehr weit allerdings, denn es sind nur einige wenige technische Geräte ausgefeilter als heute und ansonsten gibt es nicht viele Unterschiede zu unserer heutigen Gesellschaft. Es geht um ein junges Paar, Martha und Ian (zumindest glaube ich, dass er so geheißen hat). Das heißt, eigentlich geht es nur um Martha, gleich am Anfang stirbt Ian nämlich bei einem Autounfall. Martha ist natürlich am Boden zerstört und weiß nicht mit diesem plöztlichen Verlust ihres geliebten Mannes umzugehen. Eine ihrer Freundinnen, die offenbar ebenfalls jemanden verloren hat, sagt ihr dann, dass es etwas gibt, das ihr ermöglichen würde mit Ian zu reden, und, dass sie sich doch unbedingt anmelden soll weil das so viel hilft. Martha weigert sich und spricht nicht mehr mit dieser Freundin, bis sie eine SMS bekommt, in der nur steht "I signed you up". Kurz darauf bekommnt Martha eine Email von Ian. Verstört löscht sie die Nachricht, aber kurz darauf, als es ihr sehr schlecht geht weil sie bemerkt, dass sie schwanger ist, antwortet sie. Ian erklärt, dass er eine Software ist, die ausnahmslos alles, was Ian je im Internet gepostet/geschrieben/gechattet/etc hat sucht, aufnimmt, speichert und daraus seine Art zu sprechen, seine Verhaltensmuster usw generiert.
Diese Software geht allerdings weiter, sie schafft es sogar, dass Martha mit "Ian" telefonieren kann. Martha verfällt diesem "Ian" nun vollkommen, schottet sich von Freunden und Familie ab und lebt nur noch für/mit ihm. Irgendwann reicht Martha der rein sprachliche Kontakt nicht mehr, und "Ian" erklärt, dass es noch ein weiteres Level gibt.
In der nächsten Szene sieht man, wie eine riesige Kiste zu Martha gebracht wird, und sie einen Menschen auspackt. Es ist eine perfekte Nachbildung von Ian, generiert aus all seinen Fotos und Videos online, und auch jenen, die Martha der Firma zukommen ließ. Dieser, nun vollkommen reale "Ian" verhält sich genauso wie es der echte getan hätte, und Martha hat sogar Sex mit dem Avatar. Wobei das eine recht amüsante Szene ist weil der Avatar nicht weiß was er tun muss, da es keine Aufzeichnung über Ians Verhalten beim Sex gibt.
Irgendwann flippt Martha vollkommen aus, weil man an Kleinigkeiten die nun eben nicht im Internet zu finden waren doch merkt, dass "Ian" nicht Ian ist. Sie beschließt dem Avatar zu befehlen, sich von einer Klippe zu stürzen, bringt es jedoch nicht übers Herz als er (nachdem sie ihm gesagt hat, dass der echte Ian nicht einfach springen würde sondern sich wehren würde) sie anbettelt es nicht tun zu müssen.
In der letzten Szene sieht man Martha mit ihrer achtjährigen Tochter nach Hause kommen und den Geburtstag des Kindes feiern. Die Tochter sagt sie wolle auf den Dachboden auch wenn nicht Wochenende sei, weil doch ihr Geburtstag sei, und sie wünsche es sich. Martha gibt nach, und als sie nach oben gehen sieht man "Ian", der am Dachboden auf sie wartet.
Ich finde diese Geschichte zeigt sehr, sehr deutlich was für eine Macht Liebe hat. Ich benutze bewusst nicht das Wort Kraft, weil es etwas Positives darstellt. Macht hingegen kann auch böse und destruktiv sein. Aus Liebe hat Martha sich der Illusion hingegeben, dass ihr Mann noch da ist, hat aufgehört sich weiterzuentwickeln und tritt seither auf der Stelle. Es ist nicht gesund oder normal was sie tut, und trotzdem tut sie es aus Liebe.
Auch wenn meine Schlussfolgerung dieselbe ist wie bei meinem letzten Post, hier noch einmal: Die Liebe hat viele Gesichter, sie ist Freund und Feind zugleich, und man muss sie immer genau im Auge behalten, damit man auch merkt wenn die guten Dinge in weniger gute umschlagen.
Ein ähnliches Phänomen wie das oben genannte wäre es, wenn ein Mann seine Frau schlägt, und sie ihm dennoch alles verzeiht, weil sie ihn doch liebt, und eigentlich ist er doch ganz anders. Oder wenn die Frau ihren Mann schon 10x betrogen hat, und er dennoch keinen Schlussstrich zieht, weil sie doch diesmal geschworen hat es tatsächlich nie wieder zu tun und es doch nur ihn für sie gibt.
Liebe führt oft zu selbstzerstörerischem Verhalten. Aber genau das müsste der Punkt sein, an dem man merkt, dass das nicht gesund ist, oder nicht? Möchte man meinen. Ist aber nicht so. Soweit ich das mitbekommen habe gibt es nur sehr, sehr, sehr wenige Menschen, die a. es merken, wenn sie beginnen sich so zu verhalten, b. keine Ausreden/Rechtfertigungen/Entschuldigungen dafür parat haben und c. den Mut haben etwas zu ändern.
das wirklich deprimierende an deinen einträgen ist wahrscheinlich, dass man nicht wirklich etwas dagegen sagen kann... ich würde mir dennoch im nächsten wünschen dass du vl mehr auf die positive kraft (haha ja ich benutze bewusst kraft) eingehst..? muss ja nicht unbedingt liebe in dem sinn sein, aber es gibt doch so viel verschiedene arten von liebe... oder nicht? :) (aber heftige geschichte und ziemlich prägnat und gut auf den punkt gebracht!!)
AntwortenLöschenhihi weißt eh wie das ist, so ganz kann man das nicht immer beeinflussen! ;) aber ich werds versuchen, eine idee hab ich schon!
AntwortenLöschen