Zu aller erst möchte ich zwischen den
beiden Wörtern „Fiktionalität“ und „Fantasie“
unterscheiden.
Für mich haben die beiden Wörter
völlig unterschiedliche Bedeutungen.
Fiktionalität ist, meiner Meinung nach, das Gegenstück zur Realität. Es ist eine - sagen wir - Welt die es
„in Wirklichkeit“ nicht gibt. Das hat sie mit der Fantasie noch
gemeinsam. Jedoch hat Fantasie etwas mystisches, etwas nicht
erfassbares. Eine Welt die man sich selbst erschaffen hat. Ein
Refugium, ein Zuhause.
Fiktionalität hat für mich einen
negativen Klang. Diese Wort wird meist im Zusammenhang verwendet, um
jemandem klar zu machen, dass etwas nicht war ist, niemals möglich
ist.
Im Gegensatz zur Fantasie. Sie ist ein
Reich, welches nur Leute betreten dürfen, die es wirklich verdient
haben. Sie ist ein Geschenk an die Menschheit. Gottgegeben oder nicht
- Ansichtssache - wir Menschen sind gesegnet mit der Gabe, unsere
eigene Welten zu erschaffen.
Ich hab die beiden Begriffe einmal
gegoogelt und Fantasie wird als kreative Fähigkeit bezeichnet, die
uns ermöglicht innere Bilder und damit eine „Innenwelt“ zu
erschaffen.
Im Gegenzug dazu, wird Fiktionalität
bzw. Fiktion mit dem Wort „Hirngespinst“ im gleichen Satz bzw. Zusammenhang verwendet.
Was wiederum zeigt, dass der Ausdruck
Fiktion durchaus negative Züge hat.
Fantasie ist in diesem Sinne eine Gabe,
im Gegensatz zur Fiktion, welche dich einfach wieder auf den Boden
der Tatsachen zurückholen will.
Strickt man diesen Gedanken nun weiter,
so komme ich zu dem Schluss, dass es für die Fantasie nicht wirklich
einen Gegensatz, wie bei der Fiktion die Realität, gibt. Was wiederum
bedeutet, dass ich sehr wohl aus der Fiktion zurück in die Realität
geholt werden kann, die Fantasie jedoch, kann mir niemand nehmen.
Niemand kann mir die Fähigkeit zu
denken nehmen. Niemand kann mich daran hindern, meine eigene Welt
aufzubauen, in der alles so passiert, wie ich es mir von ganzen
Herzen wünsche.
Wie gesagt, die
Fähigkeit zu fantasieren, ist eine Gabe. Ich finde es nicht
verwerflich, wenn man hin und wieder einmal gedanklich abdriftet und
„in seiner eigenen Welt vorbeischaut“. Es ist eher etwas
wunderbares und jeder sollte neidisch sein, auf Leute die eben das
können. Auch wenn der Raum voller Menschen ist.
Schon Einstein hat
gesagt: „Phantasie ist
wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.“
Was
nützt schon alles Wissen der Welt, wenn man sich mit diesem Wissen,
nicht einmal eine eigene Fantasiewelt aufbauen kann?
Ich
selbst habe auch meine eigene Fantasiewelt, und ich schäme mich auch
nicht, dies zuzugeben. Wenn es mir nicht gut geht oder auch wenn ich
nichts besseres zu tun habe, ziehe ich mich zurück und spinne weiter
an meiner „Storyline“. - Kann sehr entspannend sein......
ABER!
Manche Menschen vergessen irgendwann, dass eben ihre Welt nur eine
Fantasie ist. Sie vergessen, was wichtig ist im Leben. Denn, auch so
schön die Fantasiewelt ist, sie ist eben nur eine Fantasie.
So
kann die Gabe, sich eine eigene Welt zu erschaffen, auch schnell zum
Fluch werden.
ODER
„Phantasie
ist unser guter Genius oder unser Dämon.“ ~
Immanuel Kant
So
komme ich zu dem Schluss:
Es
ist zwar schön sich in der eigens erschaffenen Welt aufzuhalten,
jedoch irgendwann muss jeder wieder in die Wirklichkeit zurück um
den Halt in DIESER Welt nicht zu verlieren. So bleibt es leider nur
ein Zeitvertreib und wird niemals mehr sein.
..für manche ist es mehr und genau darum der halt ;)
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