Anna und Birgit

Anna und Birgit

Dienstag, 27. Mai 2014

Wenn Träume wahr werden.

Niemand der mit das Thema Fantasie gibt, kann erwarten, dass ich KEINE Geschichte schreibe!

Deshalb bin ich wieder mal ein bisschen in meiner eigenen Fantasie geschwelgt.
Ich bitte schon einmal im Voraus um Verzeihung, falls die Geschichte etwas zu schnulzig ist, aber ich kann einfach nicht anders.



Eine Frau geht die Straße entlang. Bäume auf der einen Seite, Autos auf der anderen. Ihr Leben ist öde. Nichts passiert jemals, nichts ändert sich. Sie hat den Alltag satt. Hat keine Lust mehr auf den ewigen Trott der Einsamkeit. Sie sehnt sich nach einem Gefährten. Nach jemandem, der sie versteht, ihr Gesellschaft leistet. Als sie so die Straße entlang schleicht, sieht sie nichts und niemanden, und niemand sieht sie. Es ist, als wäre sie unsichtbar, würde gar nicht existieren. Keiner sieht sie oder nimmt sie wahr. Sie hat Schmerzen. Die Einsamkeit tut ihr weh. Warum sieht sie niemand? Warum will sie niemand?
Ihre einzigen Freunde existieren in ihrer Fantasie. Dort ist sie die König. Jeder sieht sie und jeder erkennt sie auch als das, was sie ist. Ein wunderbares Wesen, welches nichts als Liebe zu geben hat. In ihrer Fantasiewelt ist alles gut. Alles funktioniert so, wie sie es sich wünscht. Nur dort kann sie glücklich sein. Doch auch diese Welt kann ihr keinen Gefährten bieten, denn auch die Fantasie hat ihre Grenzen. Liebe kann man nicht erfinden. Sie muss erlebt werden, um zu wissen wie sie sich anfühlt.
Sie hat ein klaffendes Loch in ihrer Brust, das sich nicht schließen lässt. Doch Resignation hat sich eingestellt. Die Hoffnung ist verdorrt. Sie wandelt wie ein Schatten durch beide Welten, unfähig glücklich zu sein.
Auf ihrem Weg in den Park geht sie an Kaffeehäusern vorbei. Dort sitzen Menschen, die so zufrieden scheinen. Pärchen die einfach glücklich sind. Warum kann sie sich nicht so fühlen?
Was stimmt nicht? Warum hat sie immer das Gefühl als würde etwas fehlen?
Warum kann sie nicht mit sich selbst glücklich sein? Weshalb ist sie nicht fähig das Loch in ihrer Brust selbst zu schließen?
Bedauernd wendet sie den Blick ab. Sie hat den Park erreicht und windet sich durch die Büsche zu ihrem Lieblingsplatz. Eine kleine Lichtung mitten unter den dichten Sträuchern. Dort ist es still und die Belebtheit der Stadt wird ausgeblendet. Hier kann sie sich ihren Fantasien hingeben.
Sie legt sich auf die mitgebrachte Decke und schließt die Augen. Sie atmet tief ein. Befreit sich vom Trubel der Großstadt und öffnet ihren Verstand.
Plötzlich hört sie Schritte, die sich durch das Dickicht bahnen. Sie öffnet die Augen. Jemand steht vor ihr. Ein Räuspern. Sie hebt den Blick. Und wer steht vor ihr? Eine Gestalt, die sie gedacht hätte niemals zu treffen. Ausgeburt ihrer Träume, Bild jeder Fantasie. Der Mann ihrer Träume. Dies muss ein Traum sein. Es ist nicht möglich, dass es ihn wirklich gibt.
„Hier bist du also“, sagt er mit einem schmunzeln. Grübchen in den Wangen.
„Wie bitte?“ fragt sie ganz verdattert.
„Ich habe dich gesucht.“
„Und wer bist du“ Dumme Frage. Sie weiß ganz genau wer er ist.
„Du musst jetzt mit mir kommen.“ Er streckt ihr die Hand entgegen.
„Wohin soll ich mitkommen?“ Kann er denn keine Fragen beantworten?
„Du weißt wohin. Du hast nach mir gerufen. Ich habe lange genug auf meine Königin gewartet. Unsere Untertanen brauchen ihre Herrscherin.“
Unbewusst nimmt sie gebotene Hand in die ihre und lässt sich von ihm auf die Beine helfen.
„Königin? Wer bist du?“ Diesmal war sie sich nicht mehr so sicher wer er war.
„Ich bin Morpheus, meine Geliebte. Ich habe 3000 Jahre auf dich gewartet, nun da ich dich gefunden habe, scheint meine Geduld erschöpft zu sein. Folge mir in unser Reich. Ich konnte deine Sehnsucht spüren. Du hast nach mir gerufen. Jetzt komm.“
Ihre Hand in seiner, führt er sie durch die Büsche. Als sie die nächste Lichtung erreichen, hebt er die freie Hand und murmelt unverständliche Wörter vor sich hin. Plötzlich teilen sich die Bäume auf der anderen Seite der Lichtung und bilden eine Art Tunnel. Am Ende des Tunnels strahlt ein Licht so hell, wie ein Cluster voll Sterne.
„Siehst du das Licht? Das ist die Freude unseres Volkes über die Ankunft seiner Königin.“ Er dreht sich zu ihr zieht ihre verschränkten Hände an seinen Mund und küsst zärtlich ihren Handrücken.
„Folge mir, sowie ich auch dir überall hin folgen werde.“
Völlig benommen nickt sie nur.
„Warte, heißt nicht auch der Gott der Träume Morpheus?“ fragt sie wie aus der Pistole geschossen.
„Es gibt nur einen Morpheus“, sagt er mit einem Zwinkern.
Sprachlos folgt sie ihm durch den Tunnel, dem Licht entgegen.
Morpheus, der Gott der Träume ist gekommen, um sie zu sich zu holen.


3 Tage später wird ein kleiner Junge den Körper der Frau finden. Immer noch auf der Decke liegend, mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Herzstillstand wird es heißen. Doch vermissen wird sie niemand, denn sie ist nun dort, wo sie hingehört.

1 Kommentar:

  1. haha wirklich sehr kitschig, aber das ende is...überraschend! ;)
    ned schlecht! :)

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