Ich muss sagen, das Thema Mauern hat
mich sehr beschäftigt. Zugegeben, zu Beginn konnte ich sehr wenig
mit dem Thema anfangen (sorry Anna <3 ). Aber nach und nach habe
ich mich immer mehr mit diesem Thema befasst und dabei auch meine
ersten 2 posts dazu veröffentlicht. Doch ich finde, es hat noch die
persönliche Note gefehlt. Daher habe ich mich gefragt, was meine
Mauern sind.
Dies ist meine Schlussfolgerung:
Meine persönliche Mauer bin ich
selbst. Die Mauer die mich schützt und sichert, aber auch einsperrt
und festhält. Der Feind meiner selbst aber auch mein Retter.
Mein Schutzengel und mein Dämon.
Meine Zuflucht und mein Geiselnehmer.
Mein Ego, mein Selbstbewusstsein.
Am meisten nagt der Selbstzweifel an
mir. Was andere Leute über mich denken. Wie sie reagieren auf Dinge
die ich von mir geben. Ja sogar in diesem Moment, denke ich darüber
nach, was die Leute wohl denken werden, wenn sie diesen Beitrag hier
lesen. Er nagt so sehr an mir, dass ich diesen post schon 3 mal neu
verfasst habe. Nichts ist gut genug. Ich bin nicht gut genug.
Woran liegt das? Warum stehen wir
Menschen uns immer selbst im Weg?
Wie kann man nach außen hin
selbstbewusst und stark wirken und in Wirklichkeit, innen kurz vor
dem zusammen brechen sein, wie eine alte marode Steinwand?
Mauern ist die Antwort. Wir bauen sie
zum Selbstschutz auf. Jedoch bedenken wir nicht, dass es durch eben
diese Mauern viel schwieriger ist, für andere Menschen, zu einem
durchzudringen.
Wir ziehen uns soweit in uns selbst
zurück, dass es schwer ist uns dort drinnen zu finden, in der
kleinen Höhle.
Oft wünsche ich mir, es käme jemand
mit einem Stemmeisen und würde mich befreien. Denn ich habe mich
selbst eingesperrt. Und anstatt daran zu arbeiten diese Mauern
niederzureißen, habe ich mich immer weiter zurückgezogen, in mein
selbst errichtetes Gefängnis.
Doch eigentlich ist es falsch darauf zu
warten, dass jemand diese Mauern niederreißt. Ich sollte mich selbst
gegen diese Mauern werfen, bis sie einstürzen. Doch mir fehlt
einfach die Kraft.
Kraft die mir nicht einmal die stärkst
Freundschaft der Welt geben kann. Sie wird niemals genug sein.
Ich sitze in einem Käfig aus Eis in
dem ich mich selbst eingesperrt habe. Warum aus Eis?
Mir wurde schon des öfteren nachgesagt
ich wäre kalt. Keine Gefühle würden aus mir sprechen. Wurde sogar
schon Eisprinzessin genannt. Ich sei distanziert und kühl.
Was auch teilweise stimmt.
Ich muss zugeben zu beginn hat es mir
gefallen, die Unnahbare zu sein. Unberührbar. Nichts und Niemand
konnte mir etwas anhaben. Doch mit der Zeit habe ich begriffen, dass
Menschen schnell aufgeben jemanden kennenzulernen, aus dem keine Art
von Gefühlsregung herauszubekommen ist.
Mittlerweile ist er sehr einsam
geworden auf meinem kalten Thron. Doch wie gesagt, ich sitze hier in
meinem Palast und weiß nicht wie ich herauskommen kann.
Oft versuche ich auszubrechen, doch
jedes mal wenn ich kurz vor dem Tor der Freiheit stehe, habe ich das
Gefühl als würde ich vor einem Abgrund stehen, kurz vor dem
hinunterfallen.
Ich hab nicht den Mut zu springen. Ich
liege nachts im Bett und denke mir „Spring einfach“.
Leichter gesagt als getan.
Daher kommt auch das Sehnen nach
jemanden, der mich an der Hand nimmt und führt. Mir einfach alles
abnimmt und mich einmal tief atmen lässt. Mich festhält, wenn ich
falle und mich auffängt, wenn ich unten ankomme.
Jedoch kann man sich nicht immer auf
andere verlassen. Menschen verlassen dich, auch wenn sie behaupten,
es nicht zu tun. Leere Versprechen werden gegeben und niemals
gehalten. Es ist schwer Leuten zu vertrauen, wenn jemandes Vertrauen
mit Füßen getreten wird/wurde.
Andererseits sollte man niemanden wegen
der Gräueltaten anderer bestrafen. Es ist falsch anzunehmen, dass
jeder Mensch in bestimmten Situationen gleich handeln wird. Trotzdem
ist es schwer aus sich selbst herauszubrechen und diese
Vertrauenshürde zu überqueren.
Ich arbeite jeden Tag sehr hart an mir,
meine selbsterrichteten Eiswände zu schmelzen, auch wenn es mit
etwas Hilfe wahrscheinlich einfacher wäre. Ich hoffe, dass ich
irgendwann wieder frei sein kann und ich mich nie wieder selbst
einsperren muss, um mich zu schützen.
Deshalb meine ich:
Sperrt euch nicht selbst ein! Egal wer
euch so verletzt hat, dass ihr euch zurückziehen müsst. Egal wie
hoch die Mauern sind die ihr aufbaut. Lasst zumindest immer eine Tür
offen aus der ihr entkommen könnt. Oder gebt jemandem einen
Schlüssel.
Es ist falsch drauf zu warten, dass
jemand kommt und euch befreit. Ihr könntet ewig warten müssen.
Nehmt euer Schicksal selbst in die Hand und macht etwas daraus.
Kein Schmerz ist es wert auf ewig in
einem Eispalast zu sitzen und einsam zu sein.
Wow Leny!!! der is richtig, richtig, richtig schön!!!!!
AntwortenLöschen*thumbsup
danke dir. war echt schwer den zu schreiben :)
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