Anna und Birgit

Anna und Birgit

Samstag, 15. März 2014

Mauern III Mein Eispalast


Ich muss sagen, das Thema Mauern hat mich sehr beschäftigt. Zugegeben, zu Beginn konnte ich sehr wenig mit dem Thema anfangen (sorry Anna <3 ). Aber nach und nach habe ich mich immer mehr mit diesem Thema befasst und dabei auch meine ersten 2 posts dazu veröffentlicht. Doch ich finde, es hat noch die persönliche Note gefehlt. Daher habe ich mich gefragt, was meine Mauern sind.

Dies ist meine Schlussfolgerung:

Meine persönliche Mauer bin ich selbst. Die Mauer die mich schützt und sichert, aber auch einsperrt und festhält. Der Feind meiner selbst aber auch mein Retter.
Mein Schutzengel und mein Dämon.
Meine Zuflucht und mein Geiselnehmer.
Mein Ego, mein Selbstbewusstsein.

Am meisten nagt der Selbstzweifel an mir. Was andere Leute über mich denken. Wie sie reagieren auf Dinge die ich von mir geben. Ja sogar in diesem Moment, denke ich darüber nach, was die Leute wohl denken werden, wenn sie diesen Beitrag hier lesen. Er nagt so sehr an mir, dass ich diesen post schon 3 mal neu verfasst habe. Nichts ist gut genug. Ich bin nicht gut genug.

Woran liegt das? Warum stehen wir Menschen uns immer selbst im Weg?

Wie kann man nach außen hin selbstbewusst und stark wirken und in Wirklichkeit, innen kurz vor dem zusammen brechen sein, wie eine alte marode Steinwand?

Mauern ist die Antwort. Wir bauen sie zum Selbstschutz auf. Jedoch bedenken wir nicht, dass es durch eben diese Mauern viel schwieriger ist, für andere Menschen, zu einem durchzudringen.
Wir ziehen uns soweit in uns selbst zurück, dass es schwer ist uns dort drinnen zu finden, in der kleinen Höhle.
Oft wünsche ich mir, es käme jemand mit einem Stemmeisen und würde mich befreien. Denn ich habe mich selbst eingesperrt. Und anstatt daran zu arbeiten diese Mauern niederzureißen, habe ich mich immer weiter zurückgezogen, in mein selbst errichtetes Gefängnis.
Doch eigentlich ist es falsch darauf zu warten, dass jemand diese Mauern niederreißt. Ich sollte mich selbst gegen diese Mauern werfen, bis sie einstürzen. Doch mir fehlt einfach die Kraft.
Kraft die mir nicht einmal die stärkst Freundschaft der Welt geben kann. Sie wird niemals genug sein.

Ich sitze in einem Käfig aus Eis in dem ich mich selbst eingesperrt habe. Warum aus Eis?
Mir wurde schon des öfteren nachgesagt ich wäre kalt. Keine Gefühle würden aus mir sprechen. Wurde sogar schon Eisprinzessin genannt. Ich sei distanziert und kühl.
Was auch teilweise stimmt.
Ich muss zugeben zu beginn hat es mir gefallen, die Unnahbare zu sein. Unberührbar. Nichts und Niemand konnte mir etwas anhaben. Doch mit der Zeit habe ich begriffen, dass Menschen schnell aufgeben jemanden kennenzulernen, aus dem keine Art von Gefühlsregung herauszubekommen ist.
Mittlerweile ist er sehr einsam geworden auf meinem kalten Thron. Doch wie gesagt, ich sitze hier in meinem Palast und weiß nicht wie ich herauskommen kann.
Oft versuche ich auszubrechen, doch jedes mal wenn ich kurz vor dem Tor der Freiheit stehe, habe ich das Gefühl als würde ich vor einem Abgrund stehen, kurz vor dem hinunterfallen.
Ich hab nicht den Mut zu springen. Ich liege nachts im Bett und denke mir „Spring einfach“.
Leichter gesagt als getan.

Daher kommt auch das Sehnen nach jemanden, der mich an der Hand nimmt und führt. Mir einfach alles abnimmt und mich einmal tief atmen lässt. Mich festhält, wenn ich falle und mich auffängt, wenn ich unten ankomme.

Jedoch kann man sich nicht immer auf andere verlassen. Menschen verlassen dich, auch wenn sie behaupten, es nicht zu tun. Leere Versprechen werden gegeben und niemals gehalten. Es ist schwer Leuten zu vertrauen, wenn jemandes Vertrauen mit Füßen getreten wird/wurde.

Andererseits sollte man niemanden wegen der Gräueltaten anderer bestrafen. Es ist falsch anzunehmen, dass jeder Mensch in bestimmten Situationen gleich handeln wird. Trotzdem ist es schwer aus sich selbst herauszubrechen und diese Vertrauenshürde zu überqueren.

Ich arbeite jeden Tag sehr hart an mir, meine selbsterrichteten Eiswände zu schmelzen, auch wenn es mit etwas Hilfe wahrscheinlich einfacher wäre. Ich hoffe, dass ich irgendwann wieder frei sein kann und ich mich nie wieder selbst einsperren muss, um mich zu schützen.

Deshalb meine ich:

Sperrt euch nicht selbst ein! Egal wer euch so verletzt hat, dass ihr euch zurückziehen müsst. Egal wie hoch die Mauern sind die ihr aufbaut. Lasst zumindest immer eine Tür offen aus der ihr entkommen könnt. Oder gebt jemandem einen Schlüssel.
Es ist falsch drauf zu warten, dass jemand kommt und euch befreit. Ihr könntet ewig warten müssen. Nehmt euer Schicksal selbst in die Hand und macht etwas daraus.
Kein Schmerz ist es wert auf ewig in einem Eispalast zu sitzen und einsam zu sein.

2 Kommentare:

  1. Wow Leny!!! der is richtig, richtig, richtig schön!!!!!
    *thumbsup

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