Ein Mann mittleren Alters geht über
einen Zebrastreifen. Er kommt gerade aus dem Büro. Aktentasche in
der einen Hand, Blumenstrauß in der anderen. Der Blumenstrauß ist
für seine Frau, denn die zwei haben heute ihren 23 Hochzeitstag. Im
Kopf geht er noch einmal schnell durch, was er denn nun alles braucht
um seine Überraschung perfekt zu machen. Er hat ein romantisches
Candlelightdinner geplant. Er möchte seiner liebsten einen schönen
Abend bereiten, mit allem Pipapo. Dafür muss er jedoch noch schnell
einkaufen im Supermarkt.
Gerade als er bei Petersilie angekommen
ist, streift ihn ein Radfahrer an der Seite und zerfetzt dabei den
Blumenstrauß. „Ach her je, der hat es aber eilig, hoffentlich ist
ihm nicht passiert“, denkt er sich, streift ein Paar Blütenblätter
von seinem Ärmel und geht weiter.
Da er nun einen neuen Blumenstrauß
braucht, macht er einen schnellen Abstecher, zum Floristen, der
sowieso am Weg liegt. Dort angekommen, sucht er schnell einen
passenden Strauß aus und geht zur Kasse um zu bezahlen. Als die
Verkäuferin jedoch die Kreditkarte durch den Scanner zieht, kann
dieser die Karte nicht lesen. Mit dem Gedanken die Karten bei der
Bank kontrollieren zu lassen, holt er sein Portemonnaie raus und
bezahlt schnell mit Bargeld.
Da er aber nun kein Bargeld mehr hat,
huscht er schnell eine Tür weiter in die Bank. Dort lässt er auch
schnell die Karte checken. Auf dem Weg hinaus, sieht er auf seine
Uhr. „Mist, schon so spät, das wird nichts mehr mit dem Braten.
Spaghetti müssen heute eben reichen.,“ denkt er sich und tritt auf
den Gehsteig. Da rauscht -diesmal von der anderen Seite - erneut ein
Radfahrer an ihm vorbei, streift ihn, und nimmt die Blumen gleich
mit. „Heute haben es aber viele eilig. Naja, es soll einfach nicht
sein, dass ich Blumen mitbringe,“ denkt er sich und macht sich auf
dem Weg zum Supermarkt. Dort kauft er schnell alle Utensilien die er
braucht für Spaghetti mit Fleischbällchen und eilt nach Hause.
In der Wohnung abgekommen, packt er
sofort alles aus, krempelt die Ärmel seines Lieblingshemdes auf, und
macht sich ans schnibbbeln. Noch bevor er die zweite Zwiebel schälen
kann, hört er die Klingel sturmläuten. Stirnrunzelnd öffnet er die
Tür. Frau Schmoll - die schon etwas älter ist- steht völlig
aufgelöst vor der Tür. „Schnell kommen sie, er erstickt. Er
erstickt.“ Sie muss wohl von ihrem Dackel „Waldo“ reden. Das
arme Tier ist fast so alt wie seine Besitzerin. Ohne Umschweife packt
er die Frau am Ellbogen und eilt mit ihr in die gegenüberliegende
Wohnung. Man kann den Hund schon an der Wohnungstür röcheln hören.
Er muss wirklich am ersticken sein. Waldo windet sich am
Wohnzimmerboden und ringt schnappatmend nach Luft. Was tut man in so
einer Situation? Ohne lange nach zu denken gibt er dem Hund einen
ordentlichen Klapps auf den Rücken, bei Menschen funktioniert das ja
auch, wenn sie sich an etwas verschluckt haben. Und es klappt. Jedoch
hat der Hund den Kopf in seine Richtung gedreht und kotzt ihn erst
mal ordentlich voll. Von oben -sein Lieblingshemd- bis unten -sein
bester Anzug. „Das hat ja wunderbar funktioniert. Gott sei dank bin
ich noch rechtzeitig gekommen“, denkt er sich und lässt die
erleichterte Nachbarin allein.
Zurück in seiner Wohnung zieht er
sich schnell um und fährt mir dem kochen fort. Kurze Zeit später
hört er den Schlüssel in der Tür. Seine Frau kommt in die Küche
und lächelt ihn an. Sie freut sich, dass er für sie kocht. Er
wendet sich vom Herd ab und sagt belustigt: „Du glaubst nie, was
mit heute schon alles passiert ist“, und er beginnt zu erzählen.
Als er am Ende seine Odyssee angelangt ist, lachen beide herzhaft
über seine Erlebnisse. Plötzlich steigt der Geruch von verbranntem
Essen in seine Nase. Er dreht sich um und findet den Topf am Herd,
mit schwarzem, verbranntem Inhalt vor.
"Mir reicht es jetzt!". Er lässt einen Schrei
von sich, nimmt den Topf und schmeißt ihn an die gegenüberliegende
Wand. Er tobt und wütet und lässt einige blasphemische Wörter
fallen.
Seine Frau steht immer noch in der
Küche und beobachtet sein treiben. Als er sich einigermaßen wieder
beruhigt hat fragt sie: „Wieso regst du dich so auf? Sind doch nur
Spaghetti.“
hahahaha... sind doch nur spaghetti!!! ;D
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